Ev.-Luth. Kirchengemeinde in St. Jürgen Lübeck Startseite

Teamer-Freizeiten

Im Jahr 2017 haben die Pastoren Katja und Heiko von Kiedrowski mit Diakon Udo Blankenstein ein neues Angebot für unsere Teamer konzeptioniert: eine fünftägige Freizeit ab 16 Jahren zu Beginn der Herbstferien, die mit politisch-geschichtlichem Schwerpunkt, aber auch mit teamorientierten Aktionen und viel Spaß aufwartet. Die erste Reise ging noch im selben Jahr nach Berlin, wo thematisch das Holocaust-Mahnmal, die Berliner Unterwelten mit ehemaligen Bunkern und die Blindenwerkstatt Otto Weidt daran erinnerten, dass sich die schlimmen Verbrechen der Nationalsozialisten niemals wiederholen dürfen. Diskussionen über den Bezug zu unserer heutigen Welt, die Aufgabe, die Demokratie gegen ein Erstarken von Rechtspopulisten und -Extremisten aktiv zu leben, viele tolle Gedanken und auch manche Tränen zeigten, dass dieses Thema durchaus bei den Jugendlichen Widerhall findet.

Ebenso besichtigten wir die Mauer-Gedenkstätte in der Nähe der Bernauer Straße, denn natürlich waren auch die Teilung Deutschlands und die Schüsse an der Mauer auf Menschen, die die Freiheit suchten, ein Unrecht, an das es zu erinnern galt. Abendliche Andachten sorgten schließlich für einen runden Tag.

Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz: so mussten sich mit Augenbinden versehene Teamer in Kleingruppen über eine Strecke von ca. 3 km von Passanten zu Fuß oder per U-Bahn zum Brandenburger Tor bringen lassen. Internationale Sprachen wurden im Kontakt zu Touristen "gesammelt", eine abendliche Lichterkette mit Passanten organisiert und vieles andere mehr.

 

29.9.-4.10.2018 Prag

Die positiven Rückmeldungen der Teamer führte schließlich dazu, dass es 2018 eine Neuauflage der Teamerfreizeit gab, dieses Mal, im Team verstärkt um unseren neuen Pastor Jonathan Ide, nach Prag.

Per Bahn ging es sechs Tage in die tschechische Weltstadt, in der es neben einer Stadtbesichtigung, Museen und dem Prager Zoo eine inhaltliche Fortsetzung der Berlinfahrt gab. Ziel zweier Exkursionen waren das KZ Theresienstadt und das Dorf Lidice, das 1942 nach dem Attentat auf SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich in einer Racheaktion von den Nazis dem Erdboden gleichgemacht wurde. Knapp 180 Männer wurden vor Ort erschossen, über 80 Kinder bis 14 Jahren von ihren Müttern getrennt und in einem LKW mit Abgasen erstickt. Die Frauen kamen ins KZ Ravensbrück, hier überlebten nur Wenige. Besonders das Mahnmal für die getöteten Kinder von Lidice packte alle Anwesenden emotional: eine Künstlerin bildete die Kinder nach Fotos und Erzählungen in Bronze nach. Heute stehen sie am Hang und schauen auf ihr ehemaliges Dorf hinab, von dem nur noch vereinzelte Grundmauern geblieben sind. Auch in Thersienstadt waren die Gräuel der Vergangenheit geradezu spürbar. In der alten Festungsanlage, die bis 1945 als  grausames Gefängnis und Ort ungezählter Hinrichtungen diente, zeigte sich wieder einmal, das wir auch heute noch den nachfolgenden Generationen von diesen Dingen erzählen müssen, als Mahnung der Geschichte ins Heute hinein.

Und wie in Berlin gab es auch in Prag durchaus schwierige, witzige und teambildende Aufgaben mit Spaßfaktor, sei es beim Limbotanzen mit Touristen aus aller Welt auf dem Rathausmarkt, beim Erstellen eines Banners zu einem selbstgewählten Thema ("Tolerance for everyone") und Fotos dazu, die Kontaktaufnahme zur einheimischen Bevölkrung bei der Aufgabe, gemeinsam tschechische Volkslieder zu singen und einigem anderen mehr. Zudem besuchten kleinere Neigungsgruppen diverse Museen und den Prager Zoo.

Ein üppiges "Hochzeitsmahl" in einem urigen Prager Restaurant rundete die schöne Fahrt ab. Und auch für 2019 wird es wieder eine Fahrt für Teamer geben, Infos folgen.

 

 

 

Das Mahnmal für die Kinder von Lidice rührte viele zu Tränen.
Wie in Auschwitz prangten auch in Theresienstadt die zynischen und verachtenden Worte "Arbeit macht frei".
In der Prager Innenstadt wurde ein positives Motto mit vielen Passanten fotografisch festgehalten.
Pastor Jonathan Ide verstärkte erstmals das Hauptamtlichen-Team.